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Autor Thema: Die beste Regierungsform??  (Gelesen 4384 mal)
thor
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« am: 07. August 2005, 11:59:30 »

Zitat von: ronizzel
[...]Und wo ich immer über Amerika rede: Haben wir hier denn bessere Lösungen? Bei uns sind die Probleme deshalb nicht so fortgeschritten, weil wir ein viel mächtiges Sozialsystem haben (was ja aufgrund der Bevölkerungspyramide zu teuer wird, und was ja die CDU sehr stutzen möchte). Welches aber widerrum auch wieder nur auf Schulden hinausläuft. An der Stelle könnte man über Kapitalismus weiterreden.
Und genau das möchte ich machen. Ich weiß, das ist ein riesiges Themengebiet, ich möchte deshalb alle bitten, übersichtliche Texte zu schreiben.

Zitat von: ronizzel
Vlt. sollte man Leuten, die massiv gegen die Regeln in ihrer Gesellschaft verstoßen einfach sagen: Raus hier, ihr habt es nicht verdient hier untergebracht zu werden! Wir tauschen dich jetzt gegen einen hungernden Afrikaner aus. Geh!

Auch wenn das wiederrum ein wenig überheblich ist... Aber der hungernde Afrikaner hätte diese Chance tausendmal mehr verdient. [...]
Wie schon der alte Marx in seinem Manuskript geschrieben hat: "Der Mensch beutet den Menschen aus." Alle Menschen sind als gleich anzusehen.
Das ganze möchte ich international sehen, ohne dabei die Ausbeutung der 3.Welt zu vernachlässigen. Also du hast (nicht gerade schlecht) geschildert, dass das ganze System schlecht ist (in Amerika genauso wie in Deutschland) und eben wegen diesen Konsequenzen des Kapitalismus, finde ich den Kommunismus (aber ohne Diktatur ... müsste man irgendwie mit Demokratie verbinden) die einzig wahre Lösung (vll auch der Sozialismus).
Ein paar Anarchisten scheint es auf unserer Schule glaube ich auch zu geben...
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Junzman
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« Antworten #1 am: 07. August 2005, 20:37:26 »

Shalom!
Ich würde denken, dass das momentane System für den heutigen "normalen" Bürger schon jut ist.
Da der heutige "normale" Mensch ja nunmal sehr egoistisch ist, nicht weiter denken will, allem hinter her rennt, was schön glitzert und überhaupt sehr gerne allem anderen folgt sind andere Systeme wohl recht schwierig umsetzbar.
Man müsste die Menschen also umerziehen, um ein anderes System herbei zu schaffen.
Doch kann man dies denn wirklich?
Bzw. wer hat die moralische Legitimation?
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thor
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« Antworten #2 am: 07. August 2005, 23:19:55 »

Zitat von: Junzman
Da der heutige "normale" Mensch ja nunmal sehr egoistisch ist, nicht weiter denken will, allem hinter her rennt, was schön glitzert und überhaupt sehr gerne allem anderen folgt sind andere Systeme wohl recht schwierig umsetzbar.
Demnach ist das derzeitige System die attraktivste Alternative für den egoistischen Menschen(?)
Wenn man das fördert (und wenn meine Interpretation da richtig ist), wird fehlendes Hinterfragen ["nicht weiter denkt"], Kapitalismus ["alles was schön glitzert"/ "egoistisch ist"] und der Mainstream ["sehr gerne allem allem anderen folgt"] nur noch verschärft.
Dann ist unsere Welt ziemlich bald im Eimer. Der Bougeoisie sind keine Grenzen gesetzt (siehe "Bootcamps" --> Unterschicht in Amerika).
Zitat von: Junzman
Man müsste die Menschen also umerziehen, um ein anderes System herbei zu schaffen.
Eben das sehe ich auch als Problem an: Jeder denkt, Demokratie ist das tollste überhaupt. Jede Stimme zählt, dabei wird nur oft übersehen, dass eben nicht jede Meinung umgesetzt werden kann. Die Mehrheit entscheidet, doch die Mehrheit hat eben nicht immer recht. Hinzu kommt, dass die Mehrheit doch ziemlich leicht beinflusst werden kann, z.B. durch Propaganda, wozu meiner Meinung auch Werbung und manchmal sogar Massenmedien gehören, Bsp.: Bild dir deine Meinung! --> Bild hat die einzig richtige Wahrheit gepachtet (Da gabs so ein schönes Thema im Deu-Untericht: Man muss kritisch mit Massenmedien umgehen - welcher Normalbürger tut das schon?!)
Diese ganze Manipulation kommt allerdings nur von Komerzgier der Firmen (durch Werbung), Massenmedien usw. Ohne die Manipulation wäre es nämlich erheblich schwieriger, sich zu verkaufen. Wenn dem die Stütze genommen würde, sprich der Kapitalismus in z.B. einen Kommunismus verwandelt würde, gäbe es diesen Manipulationswunsch nicht.
Dass der Großteil, der sich letztendlich vom Kapitalismus beeinflussen lässt, auch diesen bevorzugt, halte ich für eine logische Schlussfolgerung.
Aber ich glaube wir stecken schon viel zu tief im Sumpf fest, als das sich noch ein genügend großer Teil findet, der noch nicht vergiftet ist.
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Junzman
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« Antworten #3 am: 08. August 2005, 00:33:20 »

Zitat von: thor
Demnach ist das derzeitige System die attraktivste Alternative für den egoistischen Menschen(?)
So würde ich das denken, JA.
Mir fällt jetzt, zu später Stund zumindest keine besser Form für den angesprochenen "Menschentypus" ein.

Zitat von: thor
Die Mehrheit entscheidet, doch die Mehrheit hat eben nicht immer recht.
Aber wer soll denn sonst Recht haben, wenn nicht "wir"???
wäre dir eine aristokratische Demokratie nach dem Vorbild von Athen lieber?

Zitat von: thor
Diese ganze Manipulation kommt allerdings nur von Komerzgier der Firmen (durch Werbung), Massenmedien usw. Ohne die Manipulation wäre es nämlich erheblich schwieriger, sich zu verkaufen. Wenn dem die Stütze genommen würde, sprich der Kapitalismus in z.B. einen Kommunismus verwandelt würde, gäbe es diesen Manipulationswunsch nicht.
Naja, die Manipulation gab es auch in der DDR und gibt es auch heute noch in z.B. Cuba...
die Manipulationswünsche, wie du sie nennst, wird es wohl in fast jedem System geben.
Den Kommunismus würde es ja ohne Manipulieren gar nicht geben.
Ich würde sogar sagen, dass der Sozialismus das System des Manipulierens ist.

Zitat von: thor
Dass der Großteil, der sich letztendlich vom Kapitalismus beeinflussen lässt, auch diesen bevorzugt, halte ich für eine logische Schlussfolgerung.
Klingt relativ logisch!
schönen Tag wünsche Ich
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« Antworten #4 am: 08. August 2005, 11:14:11 »

Zitat von: Junzman
Zitat von: thor
Die Mehrheit entscheidet, doch die Mehrheit hat eben nicht immer recht.
Aber wer soll denn sonst Recht haben, wenn nicht "wir"???
wäre dir eine aristokratische Demokratie nach dem Vorbild von Athen lieber?
Ich sage ja nicht, dass Demokratie der falsche Weg ist. Ich finde bloß, wir sollten wissen, dass es gewisse Ungerechtigkeiten gibt. Natürlich gibt es die in jedem System, aber man sollte einfach nicht davon ausgehen, dass die Mehrheit automatisch recht hat. Es gibt kein perfektes System, doch man sollte es immer anstreben und versuchen die Mängel irgendwie zu beseitigen. Solange man weiß, dass es nicht perfekt ist, ist man noch geneigt, es zu ändern, zu perfektionieren.
Meiner Meinung nach sollte man die Demokratie irgendwie mit dem Kommunismus verbinden.
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« Antworten #5 am: 12. August 2005, 14:24:12 »

Ich kann mir irgendwie schlecht vorstellen, dass man mit Demokratie zum Komunismus kommt.
Immerhin ist ja der Prozess zu dieser Gesellschaftsform nur mit einem Umerziehen der Menschen möglich.
Wenn der Mensch aber umerzogen wird, entscheidet er ja nicht mehr frei.
Vielleicht is da auch bloß ein Denkfehler bei mir.
"Ich wähle jetzt einen anderen Menschen, der mich umerzieht."
seltsame Vorstellung
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« Antworten #6 am: 12. August 2005, 15:12:51 »

ha, geil formuliert, aber ist so!

politik nimmt einfluss auf unser leben,
unsere lebensumstände nehmen einfluss auf unsere lebensgestaltung,
lebensgestaltung nimmt einfluss auf unser verhalten/erziehung unserer kinder/normen & werte
wo wir ergo nach 3 kurzen schritten bei den charakteristika sind, die eine gesellschaft definieren
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Junzman
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« Antworten #7 am: 12. August 2005, 15:19:13 »

Das sehe ich erstmal auch so!
Ich finde aber, dass die momentane Regierung nicht so enorm einen Menschen formt, wie das eine sozialistische Regierung  tuen müsste.
Im Kapitalismus gibt es doch andere Kräfte, die die Menschen schön nach den kapitalistischen Werten von z.B. Egoismus und Aroganz umerziehen.
Diese Kräfte können wir sehr schlecht wählen...
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« Antworten #8 am: 12. August 2005, 23:45:30 »

Zitat von: Junzman
Ich kann mir irgendwie schlecht vorstellen, dass man mit Demokratie zum Komunismus kommt.
Also so habe ich des nun auch net gesagt. Ich meinte, dass die beiden Gesellschaftsformen irgendwie verbunden werden sollten. Dass es nicht durchfühbar ist, will ich gar nicht bezweifeln.

Zitat von: Junzman
Ich finde aber, dass die momentane Regierung nicht so enorm einen Menschen formt, wie das eine sozialistische Regierung  tuen müsste.
Kann sein, dass die Regierung in unserer Demokratie mehr Freiheiten lässt, aber man sieht ja, da setzen sich die schlechten Eigenschaften der Menschen am besten durch. Auch erzieht der Kapitalismus diejenigen um, die Anti-Materialisten sind, im Grunde sehe ich da nur den Unterschied im Ausmaß der Manipulation, dass die Meisten schon Materialisten geworden sind. Also nach dem guten alten "Das Leid von mehreren ist schlimmer als das Leid eines Einzelnen" (oder so ähnlich) geht, ist zitierter Text durchaus richtig.

Zitat von: Junzman
Im Kapitalismus gibt es doch andere Kräfte, die die Menschen schön nach den kapitalistischen Werten von z.B. Egoismus und Aroganz umerziehen.
Diese Kräfte können wir sehr schlecht wählen...
Das tun wir allerdings, indem wir den Kapitalismus wählen ... immer und immer wieder ... Es müsste doch wenigstens eine alternative  Partei geben (eine vertretbare - rechte Parteien zählen nicht).
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« Antworten #9 am: 13. August 2005, 12:27:06 »

Ich meinte damit, dass wir von z.B. den Medien gelenkt werden.
Sich vom hoppsenden Axel nicht manipulieren zu lassen, ist schon relativ schwer.

Ich denke, dass es schon eine alternative Partei gibt, die PDS hatte auf alle Fälle in ihrem Programm als Ziel den Aufbau eines gerechten Sozialismus gehabt.
Dann gibt es z.B. ja immernoch die KPD...
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« Antworten #10 am: 13. August 2005, 15:39:40 »

Mh ich kann mir nich so ganz vorstellen, dass die PDS es wirklich schaffen würde ein Land mit Sozialismus zu führen.
Sozialismus Prinzip wäre wahrscheinlich einer der besten Lösungen, für Gleichberechtigung in jedem Land dieser Welt, aber es ist nun ma nich möglich.
Selbst in Deutschland is der Sozialismus, wie ich glaube, kaum eine vorstellbare Lösung für alles. Der Kapitalismus hat uns in der Hand. Was aber auch nich schlecht sein muss:)
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« Antworten #11 am: 15. August 2005, 14:36:41 »

Zitat von: Annipie
aber es ist nun ma nich möglich.
Warum ist es denn nicht möglich?
Wurden denn je genaue Analysen gemacht, um rasuzufinden, warum der Sozialismus von vor 50Jahren scheiterte?
In der Vergangenheit wurden außerdem viele Fehler gemacht.

Zitat von: Annipie
Selbst in Deutschland is der Sozialismus, wie ich glaube, kaum eine vorstellbare Lösung für alles.
Warum?

 
Zitat von: Annipie
Der Kapitalismus hat uns in der Hand.
Ist das wirklich nicht änderbar?
 
Zitat von: Annipie
Was aber auch nich schlecht sein muss:)
Was is denn bitte am Kapitalismus nicht schlecht?
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« Antworten #12 am: 15. August 2005, 17:05:04 »

Zitat von: Junzman
Ich finde aber, dass die momentane Regierung nicht so enorm einen Menschen formt, wie das eine sozialistische Regierung  tuen müsste.
was heisst den hier müsste .... boar, bekommt man ja angst!
Zitat von: Junzman
Im Kapitalismus gibt es doch andere Kräfte, die die Menschen schön nach den kapitalistischen Werten von z.B. Egoismus und Aroganz umerziehen..
das sind vlt kapitalistische werte, allerdings vordem noch menschliche! ich find noch nichtmal, dass egoismus schlecht ist..ar(r)oganz schon, ob die allerdings vom kapitalismus gefördert wird? ich will mich darüber nicht streiten!
Zitat von: Junzman
Dann gibt es z.B. ja immernoch die KPD...
hach, wieso in die ferne schweifen?? ihr sucht euch immer was extremes raus um ne schöne opposition zu haben, ne funktionierende regierung (gern auch in koalition) wär doch viel toller... da brauch keiner mehr unangemessene beleidigungen rumrufen ... der staat würde einfach funktionieren!(dass das in SED oder KPD Dirtaturen nicht klappt, zeigt die geschichte. und ob Sozialismus und/oder komunismus ohne diktatur zumindest zeitweise existieren kann, das gält es noch zu beweisen!)
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« Antworten #13 am: 16. August 2005, 16:13:21 »

Ich glaub nun ma nicht daran... Heutzutage kann einfach kein Sozialismus funktionieren, wenn das Land weiter aufsteigen möchte...
Sozialismus raubt mir Fähigkeiten, wei z.B. wirtschaftlich, gesellschaftlich auzusteigen... Sozialismus währe bestimmt ein gutes Orinzip um annähernde Gleichberechtigung im Land zu schaffen, aber wollen wir das überhaupt??
Ist es nicht menschlich nach etwas höherem zu streben?? Mir wird im Sozialismus einfach nicht gewährt und deswegen könnt ich auch nicht im Sozialismus leben.. Viele geht es genauso, anderen halt nich... Ich mein, wer im Kapitalismus was schaffen will, der schafft das auch, wer etwas versucht im Sozialismus etwas zu schaffen, der scheitert an denen, die dies nicht wollen.
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« Antworten #14 am: 16. August 2005, 16:34:20 »

Zitat von: Annipie
Ich mein, wer im Kapitalismus was schaffen will, der schafft das auch
naja, so ist zumindest der Wunschgedanke vom ollen Smith, aber das funktioniert doch längst nicht mehr!
Wer sich an die Regeln des Kapitalismus hällt, der kann etwas werden, diese Regeln bestimmst aber eben nicht du!

Warum willst du denn immer mehr aufsteigen?
was bringt es Dir denn?
"Trotz vieler unerfüllter Wünsche,
Kann man ein erfülltes Leben haben.
Bonhoefer"
diesen Spruch kennst du ja, wie steht er zu deinen Aussagen?
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