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Autor Thema: "Ein besserer Sozialstaat" von Matthias Platzeck  (Gelesen 3214 mal)
jelly
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« am: 10. April 2006, 17:24:41 »

In der heutigen Spiegelausgabe (die bei mir immer noch im Briefkasten verweilt - wer will bei dem Wetter schon raus! :O Wofür gibt's Internet... ;-)) schreibt Matthias Platzeck darüber, was sich in Deutschland ändern muss - eigentlich sind es alles ziemlich grundlegende Dinge, die aber irgendwie noch nie jemand auf den Punkt gebracht hat...
Seine Schwerpunkte:
Zitat
-Wenn den Menschen im 21. Jahrhundert mehr Flexibilität abverlangt wird, weil eine dynamische, wettbewerbsfähige Wirtschaft anders nicht möglich ist, dann müssen sie sich im Gegenzug auf erneuerte Formen von sozialer Sicherheit, auf zeitgemäße Bildung und Aktivierung verlassen können.
- Wenn wir in Zukunft in unserem Land einen hohen Wohlstand erhalten wollen, dann brauchen wir deutlich mehr öffentliche Investitionen in soziale Dienstleistungen, in Bildung und Wissen, in Innovation und Infrastruktur.
- Wenn wir in Deutschland im 21. Jahrhundert wirtschaftlich erfolgreich sein wollen, dann müssen wir auf hervorragende Produkte und Dienstleistungen setzen statt auf billige Löhne, auf langfristiges Wachstum statt auf kurzfristigen Profit.
- Wenn wir uns im Prozess der Globalisierung behaupten wollen, dann müssen wir Europa als gemeinsame positive Antwort auf die neuen Herausforderungen begreifen und entsprechend organisieren.
- Wenn wir wollen, dass die Globalisierung den Wohlstand nachhaltig vergrößert und mehr Beschäftigung ermöglicht, dann muss sie im Interesse der Menschen mit fairen Regeln ausgestaltet werden.
- Wenn wir die Gleichberechtigung der Geschlechter anstreben, dann muss für Frauen und Männer die volle Vereinbarkeit von Beruf und Familie sichergestellt werden.
- Wenn wir uns den demografischen Umbrüchen der kommenden Jahrzehnte gewachsen erweisen wollen, dann müssen wir die Bedingungen dafür schaffen, dass in Deutschland wieder mehr Kinder geboren werden und kein geborenes Kind vernachlässigt wird.
- Wenn der Staat unter veränderten Bedingungen seine Leistungsfähigkeit und Legitimität bewahren soll, dann muss er für alle Bürger jederzeit als Partner an ihrer Seite erfahrbar sein.
- Wenn wir im 21. Jahrhundert auf die Steigerung des Wachstums setzen, dann muss klar sein, dass dies nur auf der Basis der nachhaltigen Verwendung von Ressourcen zu verantworten sein wird.
- Wenn wir wollen, dass Deutschland im 21. Jahrhundert als offene, lebendige und kulturell vielfältige Gesellschaft erfolgreich sein soll, dann müssen alle Gruppen das Grundgesetz und die ihm zugrunde liegenden Prinzipien akzeptieren.
Den ganzen Artikel gibt es hier: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,410494,00.html
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flix
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« Antworten #1 am: 11. April 2006, 22:10:48 »

Alles richtig, und sicherlich auch schon lange bekannt. Is nur die Frage wie du das druchsetzen willst. Verzicht auf kurzfristige Profite klingt gut, is nur die Frage, wer sich da persönlich dran hält.

Zitat
Wenn den Menschen im 21. Jahrhundert mehr Flexibilität abverlangt wird, weil eine dynamische, wettbewerbsfähige
--> JaJa seine Person zeigt die Folgen
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Master of Disaster
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Vielleicht öffne ich die Büchse ja mal...


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« Antworten #2 am: 12. April 2006, 10:51:09 »

Das Daran-Halten wird wohl nicht das Problem sein.
Man muss in erster Linie die Bürger davon überzeugen, dass es richtig ist, sich eben daran zu halten und kein anderes kurzzeitiges Vorgehen anzustreben, durch das es ihnen (zeitweise) finanziell besser gehen würde.
Aber die Menschen denken in der Beziehung meistens nur kurzzeitig - in anderen dafür aber planen sie zu weit und unflexibel vorraus.
So hart es klingt, aber eine Diktatur wäre wahrscheinlich das beste, es muss ja nicht wieder ausarten.
Über Marxismus könnte man nachdenken, aber ich bezweifle, dass es nur Vorteile mit sich bringen würde...
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« Antworten #3 am: 24. April 2006, 17:11:05 »

Zitat von: Master of Disaster
So hart es klingt, aber eine Diktatur wäre wahrscheinlich das beste, es muss ja nicht wieder ausarten.
Naja das kann schon stimmen... aber passieren wird es doch wohl sowieso nicht ?! Was denkst du würde passieren, wenn ein Staat in Europa, einer, der schon dumme Sachen angestellt hat ^^, WIEDER ne Dikattur hätte ^^... ohoh, dann hätten wir in ner Woche Besuch ... ne muss auch anderes gehen, denn da bliebe schonmal die Frage, wer soll denn der Diktator werden ?!... Was ich net schlecht fand wäre so ne Römer-lösung.... mh ? 3 Konsuln, nen Dikatator für 6 Wochen (oder wie das war) nen Senat (haben ja viele alte *lol*) und den sichtbaren erfolg, denn das system hat sich ja schon in der geschichte bewährt.

Zitat von: Master of Disaster
Über Marxismus könnte man nachdenken, aber ich bezweifle, dass es nur Vorteile mit sich bringen würde...
Ja jedes System hat Vor- und Nachteile... dennoch... das sollte man lassen ^^

cu
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Vilo
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« Antworten #4 am: 24. April 2006, 17:17:02 »

Naja ne straffere Führung ist allemal angebracht. Ich meine man sieht ja heute wie aufgebläht unsere parlamentarische Demokratie ist. Diese ganze Bürokratie frisst Steuern umsonst. Würde der Staat von viel weniger geleitet werden, übrigten sich solche verkrusteten Strukturen sicher ganz rasch...
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« Antworten #5 am: 24. April 2006, 17:36:06 »

Zitat von: Vilo
Würde der Staat von viel weniger geleitet werden, übrigten sich solche verkrusteten Strukturen sicher ganz rasch...
Ja da muss ich dir zustimmen, denke da sind wir im Konsens.... nur ist es gewiss schwer, ein solches Vorhaben auch umzusetzen, und wir sollten an die Lettern denken, der dieses Thema schmückt:  "Ein besserer Sozialstaat" von Matthias Platzeck .... -> es muss sozial bleiben.

Da möcht ich mich schnell selsbst korrigieren, besser gesagt meine Idee: Der Römerstaat ist, wie mir jetzt einfällt, AUF KEINEN fall sozail gewesen (gemetzel etc^^) ... -> natürlich würden Abänderungen vorgenommen, Umweltschutz, Reaktorsicherheit und andere Unwichtige Ministerien (Sicherheit, Seuchengefahr, etc) zurückgestellt.

Aber ein Schwerpunkt ist finde ich auch: Spenden.
Deutschland spendet massig. In den Osten, nach Asien, nach Afrika etc... -> ja, das ist ne feine sache, aber ich denke wir können uns das nicht mehr leisten... man muss eben prioritäten setzen, und da muss man die INNERE sozialität der äußeren vorziehen ... werden wir erstmal wieder wirtschaftlich stark, ist es ja keine frage, dass wir das wieder machen können. und deutschland sollte sich nicht schämen, und verständnis vom ausland fordern.

denkaufgabe:

der bahnfahrer schließt die bahn tür. was passiert ?


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EdwardEnglish
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« Antworten #6 am: 24. April 2006, 17:38:30 »

nachtrag:

es ist die tür der strassenbahn, es ist eine "neue" ^^
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gollum
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« Antworten #7 am: 24. April 2006, 17:50:49 »

Zitat von: EdwardEnglish
nachtrag:

es ist die tür der strassenbahn, es ist eine "neue" ^^
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jelly
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« Antworten #8 am: 24. April 2006, 19:10:05 »

Zitat von: EdwardEnglish
Aber ein Schwerpunkt ist finde ich auch: Spenden.
Deutschland spendet massig. In den Osten, nach Asien, nach Afrika etc... -> ja, das ist ne feine sache, aber ich denke wir können uns das nicht mehr leisten... man muss eben prioritäten setzen, und da muss man die INNERE sozialität der äußeren vorziehen ... werden wir erstmal wieder wirtschaftlich stark, ist es ja keine frage, dass wir das wieder machen können. und deutschland sollte sich nicht schämen, und verständnis vom ausland fordern.
und genau das ist der "fehler", den ich in der einstellung sehe: deutschland geht es nicht schlecht, dt. geht es "nur" nicht mehr so gut, wie vor ein paar jahren. wir sollten uns daran gewöhnen, unseren reichtum und unseren anspruch zurückzuschrauben (ersteres passiert ja allein Lächelnd). nur dann geht es wirklich sozial weiter - nur dann, wenn der (als komisches bsp^^) arbeiter dem obdachlosen auf der straße noch die hälfte seines brötchen gibt, ist es wieder ein sozialstaat - ein sozialstaat hat nicht nur was mit sozialer politik zu tun. nein, auch mit der einstellung der bürger. und nur wenn es eine selbstverständlichkeit wird, alten menschen zu helfen, wenn sie irgendwie stürzen oder die tasche zu schwer ist oder sonst was, nur dann kann man davon sprechen, dass der staat wieder sozial wird. es ist zur zeit wohl eher so, dass eine soziale kälte hier eingezogen ist - jede rist sich selsbt der nächste, was sicher auch "von oben" nicht gerade unterbunden wird durch diverse reformen (die aber wichtig und richtig sind^^)...

Zitat von: EdwardEnglisch
denkaufgabe:

der bahnfahrer schließt die bahn tür. was passiert ?
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Worm
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« Antworten #9 am: 24. April 2006, 19:12:53 »

aber wieso soll ich meine ansprüche zurück schrauben obwohl wir schulden haben und es unst schlechter geht als früher...ich denke wir soltlen unser niveau halten, denn ich will meine ansprüche nich zurück schrauben
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jelly
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« Antworten #10 am: 24. April 2006, 19:15:59 »

über kurz oder lang wirst du das aber tun müssen - warum ist es selbstverständlich, dass jedes kinderzimmer sein eignen fernseher hat? wieso ist es selbstverständlich, in eine schule zu gehen? (letzteres is jetzt n bissl krass Zwinkernd)

um die vorteile eines bestehenden (!!!) sozialstaats sehen und genießen zu können, musst du deine ansprüche zurück schrauben... denn die aktuellen ansprüche können nicht mehr gehalten werden (also von seiten der politik und wirtschaft)
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Worm - besser kann ich's auch nicht!


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« Antworten #11 am: 24. April 2006, 19:20:14 »

ich hab kein fernseher im zimmer^^
naaj wieviel spenden wir den ?
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jelly
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« Antworten #12 am: 24. April 2006, 19:22:40 »

wieso wusste ich, dass das kommt!?
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« Antworten #13 am: 24. April 2006, 19:24:00 »

weil es eine berechtigte frage ist.....
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MyBrain
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« Antworten #14 am: 25. April 2006, 15:38:55 »

mal ganz nebenbei: worm du hast ja ne tv-karte Zwinkernd ...

@ topic: ich find eigentlich uns gehts immer besser... zumindest meiner familie... die job situation ist immer noch die gleiche wie vor 8-9 Jahren... meine mutter und mein vater arbeiten und unser lebensstandart wächst und wächst... obwohl sich job mäßig nichts verändert... keine allzu großen gehaltserhöhungen oder so... Zwinkernd und das in zeiten von massenarbeitslosigtkeitm alg II und all solch einem zeug... ich kann das einfach nicht nach vollziehen wieso ich meine ansprüche zurückschrauben soll... meine mutter verdient auch nicht übelst viel... und trotzdem, dank ihres guten geldmanagments gehts uns sehr gut... (außer das wir kein dsl ham Lächelnd ) ... und das alles angeblich teurer wird und wir uns immer weniger leisten können ist auch schwachsinn... man schaue nur mal auf die seite des statistik amtes der bundesrepublik... oder bei stern tv kams auch mal... die produkte werden teurer, allerdings müssen wir auch immer weniger für diese arbeiten... wie im vergleich zu 1960 zur zeit des "wirtschaftswunders"... also so schlimm kanns nicht sein... ich bestreite ja nicht das es alg II familien echt mies geht... aber ich denke für die arbeitende bevölkerung ist das irgendwie nicht das problem...
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