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Autor Thema: Privatsphäre oder Sicherheit?  (Gelesen 5704 mal)
terryer
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« am: 23. August 2006, 16:04:51 »

hi leute,
in letzter zeit hat das forum ja  bissl an aktualität verloren, also werd ich doch ma was dagegen tun, oder zumindest versuchen zu tun.

also wie ihr wohl alle mitgekriegt habt, ist in der politik gerade die diskussion ob man mehr auf überwachung setzten sollte um vorbeugen bzw. besser aufklären zu können.
also was meint ihr dazu die diskussion is ja nicht unbedingt neu.
die gegner sagen ständig "buhu, meine privatsphäre!" und die befürworter, dass die sicherheit der allgemeinheit über dem einzelnen stehen sollte.

also schon mal vorweg, ich bin für mehr überwachung.
allerdings sollte man sie nicht unbedingt spüren.
soll heißen ich wäre dagegen, wenn de in den bahnhof kommst und dir wird ne kamera direkt vor den schädel gehalten aber solang du nicht eingeschränkt wirst in deiner bewegungsfreiheit bin ich klar dafür.

also dann lasst ma eure meinung vom stappel
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Annipie
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« Antworten #1 am: 24. August 2006, 13:38:59 »

Also ich bin auch für mehr Videoüberwachung und die Contraargumente sind für mich auch nicht hinreichend verständlich.
1. Is es doch egal was ich mache und kann mich auch gerne jeder bei Filmen, wie ich so täglich lebe. Wenn es nicht dann irgendwo im Internet Seiten gibt, wo man diese Cams abrufen kann,is mir das doch schnuppe welch Beamter mich da auf der Matschscheibe beim Einkaufen beobachtet.
2.Wer nichts zu verbergen hat muss ja auch nicht seine Privatsphäre fürchten. Sollen ja keine Cams in Schlafzimmern aufgehängt werden, also eigentlich is es doch dann nicht soo dramatisch.

Und vielleicht bringt es nicht mehr Sicherheit, aber eventuell eben schnellere Aufklärung wie bei dem aktuellen Bombenlegerfall. Vielleicht werden aber auch wirklich Attentate dabei verhindert.
Also klares DAFÜR!!
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Heike
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« Antworten #2 am: 24. August 2006, 16:22:12 »

ich kann mich weitestgehend an die argumentation anschließen. aber ich habe zweifel, inwieweit sich das ganze auf bahnhöfen realisieren lässt, schon rein vom kostenpunkt her. immerhin möchte ich nicht ein vermögen für eine zugfahrkarte ausgeben müssen, wo es doch jetzt schon kaum bezahlbar ist.
nicht, dass es sich in die richtung check-in am flughafen entwickelt und man dann alle spitzen gegenstände aufgeben lassen muss..
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Annipie
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« Antworten #3 am: 25. August 2006, 13:16:21 »

Steuergelder Lächelnd- Sicherheit eben auf Kosten der Bürger.
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Heike
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« Antworten #4 am: 25. August 2006, 14:15:15 »

Zitat von: Annipie
Steuergelder
dass ich nicht lache... lässt der staat die züge rollen?
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herr ott
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« Antworten #5 am: 25. August 2006, 17:30:56 »

denkt mal darüber nach was ist wenn die technik versagt und man zum beispiel als völlig unschuldiger in die terrorfahnundung gerät!!!
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Annipie
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« Antworten #6 am: 25. August 2006, 18:32:33 »

Naja dann wurden Steuergelder sinnlos verschwendet, aber mal im Ernst.
Statistisch gesehen kommt das aber nicht grad oft vor oder?
Naja ist das jetzt ein Grund keine Kameras zu installiern...?
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herr ott
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« Antworten #7 am: 25. August 2006, 18:43:33 »

für mich ja, es geht keinen was an wann und wo ich mich befinde. deswegen bin ich ja auch dagegen die mautkontrollkameras auf den autobahnen zur überwachung von PKWs zu verwenden. ich hab zwar nichts zu verbergen, aber meine privatsphäre ist mir heilig!
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Junzman
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« Antworten #8 am: 25. August 2006, 21:27:15 »

Auch sehr spannend im Bezug auf die Terrorgefahrabwendung die so genannte Rasterfandung. Das da vollkommen unschuldige Menschen ins Visier der Staats"macht" gelangen widerspricht doch deutlich meiner Einstellung zum Rechtsstaat. Zum Thema der Videoüberwachung habe ich mir noch relativ wenige Gedanken gemacht. Eine Begegnung, die ich gestern gemacht habe, könnte vielleicht ein netter Gedankenanstoß werden. Am Altmarkt gibt es eine Informationtafel, welche teilweise über die Stasi berichtet. Man sieht ein Bild einer Demonstration und unten drunter steht, doch recht anklagend, dass dieses Bild im Archiv der Stasi gefunden wurde.    

Heute sollten sich solche Bilder auch recht gut finden lassen.. :-)

Nja, wiegesagt, könnte zum Denken anregen. Aber momentan sind in diese Richtung noch Ferien....  hoffe, dass mir das keiner verübelt.
P.S. @ Herrn Ott, der Ulkbär ist ja escht ne geile Sau
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Heike
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« Antworten #9 am: 26. August 2006, 13:29:51 »

herr ott: der gedanke war ja, wenn ich nichts "böses" mache, gibt es vielleicht ein videoband, auf dem ich zu sehen, aber im regelfall wird niemand daran interessiert sein bzw. niemand auch nur einen gedanken an eine identifizierung meiner person verschwenden.
und ich mache mir ehrlich gesagt keine sorgen, dass ich als "unschuldiger bürger" zwischen die zahnräder der staatsmaschinerie gelange, denn wenn ich wirklich unschuldig bin, komm ich da auch wieder raus.
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« Antworten #10 am: 26. August 2006, 13:56:06 »

Zitat von: herr ott
ich hab zwar nichts zu verbergen, aber meine privatsphäre ist mir heilig!
ich glaube kaum, dass man auf oeffentlichen plaetzen bzw. bahnhoefen so viel privatsphaere hat, dass sie einem dort heilig wird, wenn man bei mir zuhause kameras aufstellen wuerde, wuerde ich das auch nicht toll finden, aber auf oeffentlichen plaetzen sieht einen eh jeder mensch, da kann man sich ja nicht mal mehr auf die straße trauen wenn einem die privatsphaere auf oeffentlichen plaetzen zu heilig wird, wenn polizisten auf oeffentlichen plaetzen rumlaufen ist das auch nicht viel anders als eine kamera, und gegen polizisten muessen nun mal halt sein.

ein weiteres beispiel:

wenn ich nachts oder zu anderen zeiten, wo sich nicht viele menschen auf oeffentlichen plaetzen rumtreiben auf einem ebensolchen ueberfallen werde, bzw. zusammengeschlagen werde, und gerade kein polizist in der naehe ist um mich zu beschuetzen, waere ich froh darueber, wenigsten eine große chance zu haben, dass die taeter ueberfuehrt werden, und ihre gerechte strafe erhalten ...


solche kameras bringen außerdem nicht, wenn es um die verhinderung von terroranschlaegen geht, aber wenigstens koennen diese faele dann aufgeklaert werden, und das ist auch schon ein sehr großer schritt um zum beispiel terrorzellen auszuhebeln und zukuenftige terroranschlaege zu verhindern, schuetzen koennen wir uns nicht, aber vorbeugen ist denke ich der bestmoegliche schritt um gegen terror vorzugehen.


mfg mcgstalker
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flix
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« Antworten #11 am: 26. August 2006, 15:13:12 »

Es ist doch ganz eindeutig die Frage, was mehr Überwachung bringt! Eine Kamera kann nicht einschreiten, wenn etwas passiert. Es ist nur eine Alibientscheidung wenn man Kameras aufstellt, weil der Staat dadurch Sicherheit vorgaukelt und hintenrum Polizisten entläst.
Ich denke unsere Stadt hat genug Kameras.
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Heike
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« Antworten #12 am: 26. August 2006, 15:28:07 »

auch ein interessanter ansatz, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der staat wegen zusätzlicher kameras polizisten entlässt.
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herr ott
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« Antworten #13 am: 26. August 2006, 17:49:42 »

ich merke schon, da hab ich ja mal wieder einen stein ins rollen gebracht..gut so!

überwachungskameras sind sicher gut wenn man ein verbrechen im nachhinein aufklären will, immerhin hat man die "kofferbomber" ja auch so gefunden. aber ich fühle mich dadurch irgendwie nicht sicherer. ich würde mich sicher fühlen wenn ein polizist auf dem bahnsteig wäre und ein wachsames auge hat auf rumsrtehende gepäckstücke oder auf "verdächtige " personen.

auch an anderen öffentlichen plätzen würde ich es z.b. nachts begrüßen hinundwieder einen polizisten zu sehen. ganz zu schweigen von den straßen, da fahren so viele leute besoffen draußen rum..und ich kann nachts von pirna kommend quer durch die ganze stadt fahren und sehe nicht ein polizeiauto (by the way, nachts im ganzen letzten jahr nicht in dresden)

so, schoenes woe euch allen!
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ronizzel
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« Antworten #14 am: 26. August 2006, 19:04:14 »

Kameras sind zumindest für die Terrorgefahr nutzlos. Um einen herrenlosen Koffer zu finden braucht man keine Kamere, sondern es genügen ggf. mit Brille. Überhaupt sich die Bedrohung geändert. Es soll nicht mehr die Gesellschaft in Staat und Proletariat gespalten werden indem "hohe Tiere" eliminiert werden und die Bevölkerung verschont werden, sondern der Westen als Ganzen, Staat und Bürger ist der Feind und es sollen so viele Leute wie möglich umgebracht werden. Man muss folglich hintenrum ermitteln, und das kann man z.b. nur dann gut wenn es eine einheitliche Terrordatei gäbe, weil dann nämlich bereits bekannte Fakten nicht über Umwege in Erfahrung gebracht werden muss.

Und was bitte nützt uns Reisefreiheit wenn wir nicht sicher sein können, dass wir durch Anschläge nicht am Ziel sondern an einem ganzen anderen Ort anzukommen (entweder nirgend oder überall)?

Das Verhältnis Freiheit-Sicherheit ist nicht schwarz-weiß sondern komplizit. Um einen Maximalmaß Freiheit herauszuholen benötigt man ein Minimalmaß Sicherheit, welche man wiederrum nur dann erreichen kann wenn man ein wenig Freiheit opfert.
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